Nach zwölf Jahren ist es zeit für frischen wind im Beginner und Improver
Mit Jänner 2027 stellen wir die Struktur der Beginner- und Improver-Kurse um. Und das hat gute Gründe.
Aus jeweils drei Kursen zu je vier Wochen werden jeweils drei Kurse zu je acht Wochen.
Warum eine Änderung nach zwölf jahren?
Uns ist es ein Anliegen, dass das, was (und wie) wir in den Kursen unterrichten, auch wirklich das repräsentiert, was auf dem Social Dance Floor getanzt wird.
Bereits seit Herbst 2025 haben wir unser Kursprogramm inhaltlich leicht angepasst, damit das, was wir unterrichten eine authentischere Version dessen ist, was wir selbst tanzen.
Dazu gehören Dinge wie „der Basic ist ein Rhythmus und keine Geografie“, „die Connection zwischen Partner:innen ist ein Dialog und kein Vortrag“ oder „auch Follows haben das Recht, Vorschläge zu machen“.
Und dabei ist uns etwas aufgefallen
Seit der Anpassung des Programms für die Beginner- und Improver-Kurse sind wir mit unserem Ansatz noch deutlicher von dem abgerückt, was unsere Teilnehmer:innen aus klassischen Tanzschulen kennen oder von einem Tanzkurs erwarten.
Das bedeutet, dass unsere Beginner nicht nur einen neuen Tanz lernen, sondern auch ein neues Konzept von Paartanz, das sich zum Teil extrem von dem unterscheidet, was sie bereits kennen.
Und wie die meisten von uns aus eigener Erfahrung wissen, ist es immer leichter, etwas Neues zu lernen als gleichzeitig auch bereits verfestigte Muster ablegen zu müssen.
Die Folgen
Wir sehen zwar, dass sich unsere Teilnehmer:innen so von Anfang an weniger neue Muster antrainieren, die sie später wieder aufbrechen müssen, aber sie brauchen dafür auch ein wenig mehr Zeit.
Nur weil es die Möglichkeit gibt, Kurse zu wiederholen und wir das immer wieder empfehlen, bedeutet das nicht, dass alle, die davon profitieren würden, von dieser Möglichkeit auch Gebrauch machen.
Der Fluch der idealtypischen Kursfolge
„Lindy Hop ist ein Marathon und kein Sprint“ und „Niemand bekommt einen goldenen Stern, nur weil er/sie nach sechs Monaten im Intermediate mittanzt“, denn „das ist die Ausnahme, nicht die Regel“. Alle, die schon länger mit uns tanzen, wissen das.
Aber, wer es gewohnt ist, einen Kurs nach dem anderen zu besuchen oder das Wiederholen eines Kurses mit dem „Sitzenbleiben“ in der Schule assoziiert und sieht, dass es theoretisch möglich ist, nach sechs Monaten in den Intermediate zu wechseln (dass das eine Ausnahme ist, sieht man natürlich nicht, wenn man gerade erst begonnen hat), wird sich das auch sehr wahrscheinlich zum Ziel setzen.
Der Wechsel vom Beginner in den Improver ist eine Entscheidung der Teilnehmer:innen und die wird von Faktoren beeinflusst, die über die eigentlich relevante Frage („Bin ich tatsächlich schon so weit?“) hinausgehen.
Idealtypische Kursfolge
Sinnvollere Kursfolgen
Prioritäten
Uns war von Anfang an klar, dass längere Kurse für Beginner und Improver sinnvoll sind. Uns war es aber ein wichtiges Anliegen, die Kurse so zu strukturieren, dass Interessierte jeden Monat einsteigen können. Mögliche Lücken, so dachten wir uns, können Teilnehmer:innen ja in einem weiteren Durchgang schließen. Daher auch unsere ständige Empfehlung, Kurse, deren Inhalte noch nicht so wirklich sitzen, einfach zu wiederholen – immerhin unterrichten ja nicht immer dieselben Trainer:innen und jede:r hat seine/ihre Erklärungen, die von unterschiedlichen Teilnehmer:innen unterschiedlich gut aufgenommen werden.
So hatten wir uns das gedacht …
passiert ist aber sehr häufig etwas anderes. Viele unserer Teilnehmer:innen, die den Beginner nur einmal besucht haben, „bleiben im Improver hängen“, weil das Fundament einfach nicht stabil genug ist.
Und wer sich schon mit der Idee, den Beginner-Kurs nach dem ersten Durchgang ein weiteres Mal zu wiederholen, schwer tut, hat erst recht ein Problem damit, nach einem Durchgang im Improver in den Beginner zurückzukehren.
Wer von Kindheit an gelernt hat – in der Schule, bei Zusatzausbildungen, in klassischen Tanzkursen – dass der normale Verlauf eine kontinuierliche Progression von einem Level zum anderen ist, für den fühlt sich eine Abweichung davon an wie Scheitern. Da hilft es auch nicht, wenn wir noch so oft betonen, dass die besten Tänzer:innen den Beginner mehrmals gemacht haben und immer wieder an ihren Basics arbeiten, wenn die Struktur unserer Kurse auf dem Papier so aussieht, als wäre für das erste Dreivierteljahr alle drei Monate ein neues Level vorgesehen.
Realistische Kursfolge
Weil es uns wirklich ein Anliegen ist, unseren Teilnehmer:innen Kurse zu bieten, bei denen sie nicht nur Spaß, sonder auch Zeit haben, ihre Basics in Ruhe zu lernen, haben wir uns entschieden, das, was wir seit jeher als Möglichkeit empfehlen – sich nicht nur drei, sondern mindestens sechs Monate für jedes Level Zeit zu lassen – offiziell zur Kursstruktur zu machen.
Was wird sich ändern?
Aus vier wird acht
Aus den jeweils vier Einheiten in den drei Beginner- und Improver-Kursen werden ab 2027 jeweils acht Einheiten.
Damit haben wir nicht nur für die bestehenden Inhalte mehr Zeit, wir können das Programm auch inhaltlich erweitern und technische Übungen bereits ab dem Beginner-Level machen, für die wir bisher erst später Zeit hatten, obwohl sie immer schon sinnvoll gewesen wären.
Einstieg alle zwei Monate
Da die Kurse in Zukunft nicht mehr vier, sondern je acht Einheiten umfassen, wird es ab 2027 nur mehr alle zwei Monate möglich sein, in den Kurs einzusteigen.
Was bleibt gleich?
Die grundsätzliche Einteilung
Auch in der neuen Struktur werden sich das Beginner- und Improver-Level aus je drei, inhaltlich voneinander unabhängigen Kursen zusammensetzen, die entweder einzeln (zwei Monate) oder als Paket (sechs Monate) gebucht werden können.
Grundidee und allgemeine Empfehlungen
Auch wenn wir unsere Kursstrukturen anpassen, ändert das nichts an dem Umstand, dass es uns nach wie vor um Inhalte und nicht um Anwesenheit geht. Jeder kommt mit unterschiedlichen Voraussetzungen in den Kurs. Die einen sind gut erholt und aufnahmefähig, für andere ist der Kurs die letzte Station an einem anstrengenden Tag, bevor sie sich endlich auf die wohlverdiente Couch fallen lassen können. Für die einen sind die Kurse die einzige Gelegenheit, bei der sie zum Tanzen kommen, die anderen sind auch bei jedem Social auf der Tanzfläche zu finden. Für die einen ist die Umsetzung dessen was sie sehen, relativ einfach, andere müssen erst ein Gespür dafür entwickeln, wie sich das, was sie sehen, im eigenen Körper anfühlt. Jede:r lernt im eigenen Tempo und das ist vollkommen normal.
Das bedeutet, dass wir auch ab 2027 weiterhin die Empfehlung aussprechen werden, sich Zeit zu lassen, sich nicht zu hetzen und sich nicht mit neuen Herausforderungen zu überfordern, nur um sagen zu können, dass man „kein Beginner“ mehr ist.
Was bedeutet die neue Beginner- und Improver-Struktur für die anderen Kurse?
Für den Intermediate und Intermediate-Advanced ändert sich nichts
Da der Intermediate und der Intermediate-Advanced keine vorgegebenen Inhalte haben, ändert sich für diese Kurse nichts. Sie laufen weiterhin nach dem Monatsprinzip mit je vier Einheiten – auch das 3-Monats-Paket wird hier weiterhin erhalten bleiben.
Ich würde den Beginner/Improver-Kurs gerne im Herbst 2026 besuchen, was heißt das für mich?
Alt, neu oder gemischt
Die Entscheidung, ob du die ersten Kurse noch in der alten Struktur besuchen möchtest, um dann in der neuen weiterzumachen oder gleich in der neuen Struktur starten willst, liegt bei dir.
Da der letzte Kurs in der alten Struktur im November 2026 stattfindet, ist es nur mehr mit Kursstart September möglich, den gesamten Beginner- oder Improver-Block als 3-Monats-Paket zu buchen. Wenn Du mit deinem Kurs im Oktober oder November beginnst, hast du noch zwei bzw. einen Monat in der alten Struktur und einen bzw. zwei Kurse in der neuen.
Aber egal, ob alt oder neu: wir freuen uns, dich im Kurs zu sehen!