Unser Anliegen: ein sicheres, respektvolles Miteinander

Wie die internationale Lindy-Hop-Community auf jüngste Missbrauchsskandale reagiert & unser Standpunkt

In den letzten zwei Jahren sind in der international sehr eng vernetzten Lindy-Hop- und Swing-Community zwei massive sexuelle Missbrauchsskandale ans Licht gekommen. Beide Male wandten sich die Opfer über die Sozialen Medien an die internationale Community, weil sie verhindern wollten, dass weiteren Frauen Ähnliches zustoßen könnte. Die Opfer haben ihr Schweigen gebrochen und damit eine Welle der Sympathie, Solidarität und aktives Handeln in Bewegung gesetzt. Ein Umstand, den wir sehr stark befürworten.

Da die Lindy-Hop-Szene durch die sozialen Medien sehr gut vernetzt ist, haben sich die Berichte sehr schnell verbreitet. And dieser Stelle wollen auch wir informieren und ganz offen Stellung beziehen. Nicht, weil wir mit der Thematik in Salzburg bisher zu kämpfen hatten, sondern weil wir hier als Verein eine größere Verantwortung sehen.

Was ist in der Szene vorgefallen?

Konkret sprechen wir von zwei hoch angesehenen Trainern, Steven Mitchell und Max Pitruzzella.

2015 wandte sich ein erstes Opfer mutig an die Öffentlichkeit und schilderte ihre Erlebnisse in einem Blogbeitrag. Es sollte nicht bei einem Opfer bleiben, die Details und Statements der Frauen und auch wie die Szene auf die Vorkommnisse reagiert hat, sind chronologisch am besten in diesem Vice-Artikel über die Missbrauchsvorfälle durch Steven Mitchell beschrieben.

Der zweite Missbrauchsskandal wurde erst vor ein paar Wochen publik, auch hier sind Opfer mit ihren Erlebnissen über Facebook an die Öffentlichkeit gegangen. Der Fall ist sehr brisant und höchst aktuell. Auch hier folgten dem ersten Opfer viele weitere. Die Berichte betreffen einen weiteren hoch angesehen Trainer: Max Pitruzzella. Detaillierte Informationen findet ihr online in Englischer Sprache hier.

Wie hat die internationale Szene reagiert?

Beide Täter wurden in der Szene sofort von Veranstaltungen und Events ausgeschlossen, Veranstalter und Szene-Verantwortliche beziehen ganz klar Stellung und stellen sich solidarisch hinter die Opfer. Auch wurden sofort aktive Diskussionen in Gang gesetzt, was zu tun sei, damit es in Zukunft nicht mehr zu solchen Vorfällen kommt. Dem Wunsch der Opfer entsprechend, wurde damit versucht, den Tätern weitere Handlungsspielräume zu entziehen und die Missbrauchsspirale so zu beenden.

Unser Anliegen: Transparenz, Aufklärung und gelebte Gleichberechtigung

Als Vereinsgründer und Verantwortliche sehen wir es als unsere Pflicht, euch hierzu aktiv zu informieren, denn dies ist Teil unserer Verantwortung für alle, die mit uns die Tanzfläche teilen und natürlich auch für eine aufgeklärte und gleichberechtigte Gesellschaft. Wir möchten eine sichere, offene Umgebung für unsere Mitglieder, Kursteilnehmer und die Community insgesamt schaffen, dies sind Punkte, die auch in unseren Vereinstatuten fix verankert sind und die unsere Grundwerte für die Lindy-Hop-Community in Salzburg widerspiegeln.

Konkret halten wir außerdem fest: 

Der Verein All That Swing ahndet jegliche Form von rassistischen, diskriminierenden, nötigenden, sexuell belästigenden oder gewalttätigen Handlungen – kurz, jegliche Form von Verhalten, das die Sicherheit unserer Mitglieder, Kursteilnehmer und Tanzpartner gefährdet, mit dem sofortigen Ausschluss aus dem Verein und der Zutrittsverweigerung zu unseren Veranstaltungen. Zudem behalten wir uns das Recht vor, jegliche oben beschriebene Aktivität zur Anzeige zu bringen.

Für uns – Sascha, Verena und Anna bedeutet Solidarität mit den Opfern auch, dass wir Veranstalter, die bekannte Täter weiterhin als Trainer beschäftigen, aktiv boykottieren und sie darüber, ebenso wie über unsere Beweggründe in Kenntnis setzen.

Wenn ihr zu diesem Thema Fragen oder Anregungen habt: wir haben immer ein offenes Ohr für euch. Bitte werft auch einen Blick in unsere Lindy-Hopper-Etiquette: hier haben wir einen kurzen Überblick darüber zusammengestellt, was auf dem Social Dance Floor zum guten Ton gehört.